User generated video, London perspective

Broadcast, Generation: X, Interactive, Motionpicture — Nikolaus Reinelt @ 22:25

I’ve just arrived back from London, where I attended the first User Generated Content Summit. Mintdigital was inviting to the cheery location of the Visionarium just next to Regent Street on what seemed to be the hottest day ever in London. Panel was interesting, with short presentations from Telewest and their troublehomegrown platform, MTV and Mints own Bloombox project. With no doubt, one highlight of the event was the unveiling of the Bloombox, a box where thousands of ideas have a place to flourish. If you’d like to take a peek, simply go to www.bloombox.tv and find out yourself.
Most important to me was seeing how the UK folks approach the user generated topic in comparison to what current TV does for example (which I have met during my stay in NYC in April this year). Apart from having gripping discussions with people from production companies, agencies and finance, I furthermore learned key things as how London people walk their dog or what a washing machine sounds like from inside;).
From user cash over the grainy appearance of user generated video to broadcasters strategic issue of positioning themselves in this hype - we’ve been talking about all that stuff. I tell you, London is brewing and they know what the whole thing is about!

Due to the success of the event, mint has already announced plans for a second, more specific event this fall. I’m curious on what we may have achieved in that area by then!

Distribution 2.0

Broadcast, Motionpicture, Studies — Nikolaus Reinelt @ 2:01

Lange angekündigt, jetzt ist es soweit. Das Windowing beginnt mit Soderberghs “Bubble” zu bröckeln.
Astrid Maier, FTD am 23.01.2006

Revolution im Vertriebskanal
Hollywood-Regisseur Steven Soderbergh bricht mit einem Tabu: Sein Streifen „Bubble“ läuft fast zeitgleich in Kinos, Pay-TV und auf DVD an. Eine Strategie, mit der die Filmstudios eine Menge Krach riskieren.

George Clooney, Julia Roberts, Brad Pitt – in den Filmen des US-Regisseurs Steven Soderbergh ist das Staraufgebot meist imposant. In Soderberghs neuem Streifen „Bubble“ hingegen treten ausschließlich Laienschauspieler auf. Der Medienrummel auf dem Heimatmarkt um „Bubble“, der am 27. Januar in den Kinos der Vereinigten Staaten startet, ist dennoch sagenhaft. Der Grund: Der Regisseur von Blockbustern wie „Ocean’s Eleven“ startet den Film zeitgleich im Kino und Pay-TV – nur vier Tage darauf erscheint die DVD des Streifens.

Das Vertriebs-Experiment des Oscar-Preisträgers Soderbergh trifft die Kinotheater mit enormer Wucht. Es ist das erste Mal in der langen Geschichte Hollywoods, dass ein Film zeitgleich in und außerhalb der Kinos zu sehen sein wird. Ein Spagat, denn die Kinobetreiber wie auch Filmvertriebe suchen gleichermaßen nach Auswegen aus der Krise: 2005 brachte weltweit das schlechteste Einspielergebnis der vergangenen 20 Jahre. Mittlerweile sinkt auch der Verkauf von DVDs. Die „Bubble“-Strategie aber geht zumindest den Kino-Betreibern viel zu weit. So weigern sich die großen US-Kinoketten wie Cinemark Entertainment, den Film in ihr Programm aufzunehmen. Ko-Produzent Mark Cuban hingegen ist überzeugt, nur auf diesem Weg sowohl die Filmpalastliebhaber als auch die Fans von Heimkino zu erreichen – und mit dieser „maximalen Reichweite den maximalen Profit“ herauszuschlagen. Cuban hat „Bubble“ nicht nur produziert, sondern zusammen mit Partner Todd Wagner finanziert. Der Produktionsgesellschaft der beiden Ex-Broadcast.com-Manager, 2929 Entertainment, gehören zudem die Kinokette Landmark und das Kabelnetz HDNet Cable Network, wo „Bubble“ zu sehen sein wird. Die Bündelung der Werbekosten beim Parallelstart „könnte bis zu etwa 30 Prozent des Marketingbudgets sparen“, sagte Cuban der Financial Times Deutschland. Soderbergh selbst setzt auf einen weiteren Effekt: „Jeder namhafte Film der vergangenen vier Jahre war am Tag seines Kinostarts auch auf anderen Formaten zu haben. Man sagt dazu Piraterie“, sagte er dem Magazin „Wired“ kürzlich. „Wir versuchen nur, die Kontrolle darüber zu gewinnen“, so Soderbergh.

Die klassische Reihenfolge – vom Kino über die DVD-Schiene später auch ins Fernsehen – dieses „Grundgesetz“ gerät immer mehr ins Wanken. „Ich denke nicht, dass es ausgeschlossen ist, dass eine DVD in demselben Zeitfenster veröffentlicht werden kann wie der Kinostart“, sagte der Chef des Medienkonzerns Disney, Robert Iger, kürzlich. Derartige Worte galten in der Branche bis dahin als blanke Ketzerei. Der US-Computerhersteller Apple bietet mittlerweile iPods an, die neben Musik auch Videos abspielen, und kooperiert bei dem Angebot mit den Medienkonzernen Disney und NBC Universal. In den amerikanischen Filmstudios wächst die Angst, den Download-Trend im Internet womöglich zu unterschätzen. „Wenn wir uns zurücklehnen und auf alte Technologien verlassen, wird uns der Kunde überholen“, sagte Disney-Chef Iger. Seit Monaten verhandeln die großen US-Medienkonzerne zudem mit Kabelsendern in den USA über ein gemeinsames Programm, bei dem Filme zeitgleich zum Start in der DVD-Version auch im Pay-TV gezeigt werden sollen.

Natürlich wird dadurch nicht von heute auf morgen die gesamte Verwertungskette in Frage gestellt, wie Martin Grove vom Hollywood Reporter weiß (via BoingBoing).

Although the issues posed by Soderbergh’s deal with 2929 are interesting, they don’t have the potential broad impact that there is with the larger question of what the window should be between theatrical and DVD. That’s a matter that needs solving because it has broad application to the entire industry. It’s in Hollywood’s interest to fine tune its DVD release strategies in order to maximize sales at a time when video piracy is a major problem. Exhibitors are likely to see a few more weeks shaved off the existing windows that each DVD distributor presently is using. Expecting exhibitors to roll over and accept the concept of films going into release in all exhibition channels at the same time isn’t realistic and might not be good for Hollywood anyway. Hollywood has proven to be very good at milking each exhibition channel one after the other to achieve maximum return. That same approach should continue to serve the studios well in the future.

Aber die Frage der Zyklen wird mit zur zentralen Komponente der Produktstrategie, sie müssen noch exakter als bisher geplant und auf die komplexe Wettbewerbssituation hin angepasst werden. Und für Independent Produktion oder andere Einzelfälle werden wir solche Sonderaktionen sicher öfter zu sehen bekommen. Eine andere spannende Frage wird auch, was bei europäischen Produzenten und Verleiher so passiert.

Medien ABC 2005 bei Spiegel Online

Broadcast, Interactive, Motionpicture — Nikolaus Reinelt @ 18:15

In gewohnt amüsanter / süffisanter Weise trägt Spiegel Online die wichtigsten Schlagwörter und Medienereignisse des vergangenen Jahres im Medien ABC 2005 zusammen.
Besonders gefallen haben mir dabei

TV-EVENT, das / der (gern mit dem Zusatz: "des Jahres"): Inzwischen inflationär gebrauchte Floskel für alles, was teuer ist, u. a. der ARD-Dreiteiler "Speer und Er" (als Hitler: Tobias Moretti, der seit "Kommissar Rex" gut mit Schäferhunden kann), -> Kanzlerduell oder sogar das "TV-total-Turmspringen". "Bild" vergab das Etikett allein dreimal. Da blieb für den Sat.1-Zweiteiler "Die Luftbrücke" nur noch der Trostpreis: "Das Fernsehereignis im Advent". Man wartet noch auf den 3sat-Fronleichnam-Event des Jahrzehnts.

UNTERSCHICHTENFERNSEHEN, das: Gibt es nicht, hat es nie gegeben, wird es nie geben, da waren sich am Ende einer monatelangen Debatte alle einig. Ursprünglich thematisiert vom Allzweckwissenschaftler Paul Nolte ("Generation Reform"), populär gemacht von -> Schmidt, Harald, der den Begriff nach einigen Kalauern aber ad acta legte. Selbst angebliche U.sender wie RTL II belegten mit eindrucksvollen Statistiken, dass sie nur Eliten ansprechen.

und

DIVERSIFIKATION: Marketing-Sprech von TV-Managern für: Cash heiligt die Mittel. Besonders beliebt als zusätzliche Erwerbsquelle: Teleshopping, Hotline-Abzocke, ->Klingeltöne und Kaffeebecher-Merchandising.

TiVo goes mobile

Broadcast, Generation: X, Interactive, Motionpicture — Nikolaus Reinelt @ 14:31

Ein gerade auf dem De-Bug Blog gefundener Artikel verheisst folgendes:
Tivo machts demnächst mit Apples Video-IPod. Und zwar so gut wie umsonst. Eine einmalige Lizenzgebühr von 15 Dollar sei wohl zu entrichten, dann können aufgezeichnete Sendungen mit dem IPod im Verhältnis 1 min. Laufzeit / 2 min. Überspielung synchronisiert werden…
Und fertig ist der ‘TV-to-go’. Sogar ganz ohne Zwischenhändler Apple… Stellt sich nur noch die Frage, wann TiVo endlich auch nach Festland-Europa expandiert… Hoffentlich sehr bald!
Mehr zum Thema in den cnet Tech News.

Time Warner tritt in den onDemand Markt ein

Broadcast, Generation: X, Interactive, Motionpicture — Nikolaus Reinelt @ 13:35

"Der On-Demand-Markt ist für alle Medienkonzerne ein Muss, und was Time Warner macht, ist nur eine von vielen Möglichkeiten, das Potential vorhandener Rechtekataloge auszunutzen. Es ist mit einer ganzen Lawine ähnlicher Angebote zu rechnen, denn die TV- und Filmindustrie will nicht die Fehler begehen, die von der Musikindustrie gemacht wurden"

zitiert die FTD einen Analysten heute. Die Synergieabsichten, ein Hauptargument des Sensationsmergers vor 5 Jahren, scheinen doch noch nicht ganz vergessen. Zwar wird in dieser ersten Testphase erstmal nur B- und C-Ware verramscht, es wird jedoch nicht mehr lange dauern, bis die Premium Inhalte folgen. Finanziert wird das Angebot vorerst durch Unterbrecherwerbung und - vermutlich - durch Onlinevermarktung. Ein umfassendes Begleitprogramm ist jedenfalls angedacht. Mit zunächst 14.000 Folgen einzelner Klassiker und 800 Potentiellen weiteren Formaten auf Lager markiert der Einstieg des größten Medienkonzerns der Welt den Beginn einer neuen Marktphase.
Der "Point of no Return", jetzt ist er wohl erreicht!

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