Vertreter der Majors stellten gestern nach 3 Jahren Verhandlung ein Paper vor, in dem die Spezifikationen für die digitale Projektion auf die Kinoleinwand abgesteckt werden. Unklar ist nach wie vor, wer für die Kosten der teuren Projektoren aufkommt. Eine mögliche Lösung könnte eine Finanzierung über einen Fonds der Studios darstellen, der aus den bisherigen Kosten für die Filmkopien gespeist wird. Das andere Problem, über das viel diskutiert wurde, war das der Filmpiraterie. Das Abgreifen hochaufgelöster Kopien aus dem Verwertungszyklus hatte lange Zeit eine breite Anti-Digital-Stimmung bei den Studios geschürt. Bei diesem Problem scheint die Industrie auf eine kombinierte Strategie zu setzen. Ein Weg der vielleicht Vorbildcharakter für die andere große Herausforderung in diesem Sektor haben könnte - den digitalen Vertrieb von Filmen über das Web. Wired zitiert dazu einen Sprecher
"Studio representatives acknowledge that the DCI security specifications do nothing to prevent in-theater copying of movies, which remains a top piracy method. "These technical solutions won’t solve internal theft by camcorders," said John Fithian, president of the National Association of Theatre Owners. "But we’re working on human-resources solutions and incentives to help address that part of the problem."
Ein weiteres Sicherheitsproblem im momentan vorgeschlagenen System liegt in der Kontrolle der Wasserzeichen, die die Echtheit und Herkunft der digitalen Kopie nachweisen sollen. So könnte, laut einem von Wired zitiertem Experten, dieser Echtheitscheck auch für Lizenznehmer problematisch werden. Aber auch dafür wird sich irgendwann eine Lösung finden. Zweifelsohne ist durch die Einigung ein wichtiger Schritt in die Richtung des digitalen Kinos getan, das Ende der klassischen Filmprojektion scheint damit beschlossen. Die Frage, die sich dann nur noch stellt ist, wie lange es bis zu einer Einführung bei uns dauern wird. Mal sehen, was dazu in der nächsten Zeit zu hören ist!
Der ganze Wired-Artikel hier!
Das Thema Personal Video Recording erhält nun endlich auch hier zu Lande immer mehr Aufmerksamkeit.
Ein guter Indikator für die strategische Priorität von Marktentwicklungen für Entscheidungsträger der Branche ist für mich die Themensetzung und Besetzung von Fachkongressen bzw. Messen. So freut es mich zu hören, dass auf den diesjährigen Medientagen eines der großen Panels sich nur um dieses Thema dreht.
Panel 5.6 Personal Video Recorder: Mehrwert für Nutzer, Herausforderung für Programmanbieter? (Freitag, 28. Oktober 2005, 10:00 Uhr). Veranstaltet wird die Diskussion von moreTV, den Medientagen und dem DVB Multimedia Bayern.
Roland Tetzlaff, Geschäftsführer von moreTV gibt das Thema auf etwas provokante Weise vor:
“Andere Märkte wie England oder die USA machen es mal wieder vor: Eine neue Technologie, wie der PVR, wird offensiv vermarktet und erreicht eine faszinierende Kundenakzeptanz. Der Gegenpol: Der deutsche Fernseh-Markt ist noch dabei abzuwägen, ob es diese Technologie überhaupt geben darf, wenn ja, zu welchen Regeln, und welche Interessenpositionen damit gefährdet sein können. Auch in Deutschland sollten wir die Kunden entscheiden lassen und kreativ erarbeiten, welche Chancen das Medium PVR für alle Marktteilnehmer bietet.”
Eine Formulierung, die ich in der Klarheit noch nicht gehört habe und die auf eine muntere Diskussion hoffen lässt!
Byambasuren Daava (Abteilung 4, HFF München) hat mit ihrem Oscar nominierten Studentenfilm “Die Geschichte vom weinenden Kamel” vorgemacht, wie man in dieser Disziplin spannend und gleichzeitig authentisch erzählen kann. Was den Film so erfolgreich macht und wie Daava ihren nächsten (den Diplomfilm!) erzählt beschreibt Spiegel Online heute in einem Artikel.
“Das Kino ist das Leben, aus dem die langweiligen Teile herausgeschnitten wurden”.
Es gibt, glaube ich, keine einfachere und gleichzeitig umfassendere Definition für Film, als diese, die dem Altmeister der Spannung Alfred Hitchcock zugeschrieben wird.
->Sehnsucht nach der Steppe
Dass gezieltes Product Placement weit verbreitet ist in der deutschen Fernsehlandschaft, war auch vor der aktuellen Diskussion ein offenes Geheimnis. Dass hier Regelungsbedarf besteht, vor allem für die Zeit des digitalen Fernsehens, auch. Gut also, dass die Diskussion jetzt öffentlich ist. Die unklare Haltung der EU-Kommission zu diesem Punkt und die Gefahr, die von einer unbedachten Aufweichung des strikten Werbeverbots im redaktionellen Programm ausgeht, kommentiert Lutz Meier von der FTD heute sehr treffend:
"Natürlich haben die Werbekunden Angst, dass ihre Botschaften nicht mehr durchkommen. Das Publikum ist von langweiligen Spots genervt und schaltet um. Wer DVDs guckt, sich einen Festplattenrekorder oder ein Pay-TV-Abo zulegt, freut sich, dass er von Sprüchen wie „Weiß, weißer, am weißesten“ unbehelligt bleibt. Da ist es verständlich, dass die Konzerne mit ihren Produkten direkt ins Programm drängen; dass sie davon profitieren wollen, dass die Glaubwürdigkeit der Programmmacher und TVJournalisten immer noch größer ist als die ihrer Werbung. So verständlich der Wunsch ist, so wenig sinnvoll ist es, ihm nachzugeben. Die Markenartikler sollten es lieber mit interessanteren Auftritten versuchen. Und die Medienunternehmen sollten die Grundlage ihres Geschäfts schützen. Denn am Ende würde auch niemand mehr klassische Werbung schalten in einem Umfeld, das selbst zunehmend Werbung ist."
Soeben erreicht mich folgende Nachricht:
Karyn Y. Lu’s Master’s Thesis: ‘Interaction Design Principles for Interactive Television’ identifies and articulates interaction design principles for interactive television programming in the United States and elsewhere.
Chapter one presents a brief survey of the field as it stands in 2005.
Chapters two and three categorize iTV by platforms and by persistent television genres, and present representative examples for each category.
Chapter four provides an overview of existing design standards in related areas. Insights from chapters two, three, and four all serve to inform chapter five, in which Lu proposes principles for iTV interaction design by looking closely at existing designs (both deployed and prototyped), conventions, and patterns of interaction.
Lu’s analyses are rooted in visual culture and human-computer interaction design principles, and the design principles offered are abstracted from the applications which have been analysed within this framework.
Size: 6.7 Megabytes
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Available to download for free in the Broadband Bananas ‘Resources’ Section
http://www.broadbandbananas.com/resources.html