Sendezeit ist Lebenszeit: Aufwertung durch Erniedrigung

„Rein in den australischen Dschungel, wo abgehalfterte Semistars, Nervensägen und Profilneurotiker freiwillig vor der Kamera das wilde Dschungelleben simulieren. […]

Und so sitzen wir im deutschen Schmuddelwetter und quengeln über die Definition von chronisch Kranken und die Maut, während in Australien ganz klar was im Busch ist. Nämlich Stellvertreter-Action: Durch einen kleinen Anruf werden die Stars in Aktionen getrieben, die sinnentleert zwar sind, doch von Selbstüberwindung und damit Selbstfindung geprägt. Mich schaudert’s, also bin ich – die reine Schabenfreude. „Zerstreuungskultur“ nennt der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter diesen Fluchtweg des Publikums aus Depression und Alltagsmief.
Jaja, RTL hat das schlau erkannt: Das Volk will Kot und Spiele.“

… eben endeckt, das ungeheurliche Dschungeltreiben von RTL in 2004 nett beobachtet vom stern „Halbstars im australischen Dschungel“